Das erste Mal seit langer Zeit beginnen wir den Tag nicht im Herbstnebel, sondern grad bei blauem Himmel. Es geht heute über die letzten beide Pyrenäenpässe und das grosse Ziel ist am Abend noch im Mittelmeer zu baden. Zuerst aber die Arbeit: Rauf auf den Col de Palomère. Ein wunderbarer Aufstieg (nicht nur weil er der Letzte ist und etwas Wehmut aufkommt). Die Strasse schlängelt sich schroffen Felswänden entlang, neben der Strasse pyrenäische Suonen, alles schön am Schattenhang oder durch dichte und wieder grüne Wälder. Die Dörfer an den Hang geklebt, erinnert es uns schon etwas ans Valle Onsernone.
Kurz vor 12 Uhr sind wir oben und erblicken in der Ferne das Mittelmeer ein erstes Mal. Runter (oder besser rauf und runter) gehts durch enlose Oliven- und Korkeichenwälder. Pass Nummer 2 der Col Xatard wird uns dabei irgenwann am Wegrand geschenkt, ohne eine besondere Anstiegsanstrengung, nehmen wir ihn trotzem als Pyrenäen-Col Nr. 36 in unsere Statistik auf. Und heute haben wir im zweiten Anlauf Glück und finden ein offenes Resti, um unsere ‚Akkus‘ für den Schlusssprint ganz bis ans Meer zu laden (im ersten Anlauf wurden wir freundlich aus der Beiz spediert, weil man sich ausser Stande sah für Gäste, die nicht reserviert hatten, zu kochen). So haben wir es nach 1’002 km und 22’710 Höhenmeter über 36 Pässe schliesslich nach Argèles-sur-Mer geschafft und nach etwas herumirren (mann hat es hier auch  plötzlich viele Leute!) das Hotel gefunden und das Bad im Mittelmeer noch vor dem Apero-Bier genossen. Besser als jeder Pool!

Von Andreas