Tour de France – Etappe 16

Callantsoog – Zurich (echt kein Witz) – Groningen

Das war wortwörtlich ein echt verschiffter Tag. Schon der erste Blick am Morgen ans Fenster machte so richtig Spass. Aber es ist gut gerollt, günstiger Wind, schnelle Beläge, mal kein Platten. Für einen Platten war die Deich-Schafs-Scheisse die lange Strecken die nassen Radwege im Übermass verzierte, schlicht zu weich. Apropos verzieren: Mit dem Spritzwasser gab’s ein herrlicher Überzug über Velo und mich, da kam es gerade gelegen, dass es zum Schluss nach einem Tag im Neselregen nochmals aus allen Kübeln goss, so roch ich bei der Ankunft im Hotel nicht mehr ganz wie ein Schafsbock (Hatte ich wenigstens das Gefühl). Unterwegs verlor ich die Lust noch an der Wasserflasche zu nuckeln und so in eine Beiz ging auch nicht. Da traf es sich ganz gut, dass der Montag=Wirtesonntag hier noch richtig ausgelebt wird und eh alle Restaurants am Weg zu hatten.

Mit dem Essen hatte ich echt auch kein Glück . Forderte ich das Glück gestern Abend noch selbstverschuldet mit dem Besuch von einer von aussen halb italienisch, halb türkisch anmutenden Touribeiz mit einer finsteren Brigade aus mind. 5! bärtigen Köchen die Aussahen als hätten sie gestern noch Gewehre in einem Wüstenkrieg anstatt Kochlöffel in den Händen gehabt (Und so haben sie übrigends auch gekocht) heraus. musste ich am Mittag einfach die erste und einzige Frittenbude, die geöffnet hatte, ansteuern und merkte: Es geht tatsächlich noch schlechter.

Zur Belohnung am Schluss ein Zimmer mit goldenen Armaturen (Da fliesst das Wasser natürlich viel angenehmer raus – und die goldbraune Sauce die runter lief kommt sicher so vom Hahnen😂) und ein Heizradiator um alles bis morgen trocken zu kriegen (Das habe ich mir heute wirklich hart verdient).

Vielleicht hat Petrus ja noch ein Einsehen und macht mal wieder etwas Sommer? Sonst besorge ich mir dann doch noch neue Schuh- und Helmpariser.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 15

Scheveningen – Dünen – Dünen – Dünen – Callantsoog

Ein paar Jahre ist es her seit dem letzten Besuch in Callantsoog. Heute also wieder hier und auch die Track Sammlung aus den Nordhollandferien sind nun mit dem anderen Revieren Schweiz, Burgund und Normandie verbunden.

Immer bewölkt, immer Wind, allerdings meist von der Seite, resp. je nach Wegslalom durch die Dünen auch mal von hinten und wieder von vorn, das heisst so kann man es aushalten. Die Küstendünenlandschaft besteht aus einem Park an den nächsten angrenzend. Hoch attraktive Velowege über 100 km (Der Hauptteil aber mit in Sand verlegten Klinkerbelägen oder Betonsteinen. So ‚durchmassiert‘ wie heute Abend war ich glaube ich noch nie. Auch wenn es kein Problem ist auf den tollen Wegen die kaum Schlaglöcher aufweisen, 30km/h zu drücken. Das dauernde Gerattere der Mini-Pavé geht irgenwann an Gelenke, Gesäss und dann auch an die Nerven.

Aber wegen der einmaligen Landschaft lohnt sich’s trotzdem.

Der Sonntag gehört hier eindeutig den Gümmelern. Nur die ganz angefressen (Oder die, die noch keine Arthrose haben, joggen durch die Dünen, fast allem anderen das sich bewegt dem klebt ein Rennrad am Füdli).

Und auch wenn der Livetrack was anderes behauptete: Kurz vor Schluss der Tour bin ich nicht durchs Meer gefahren (Bin eindeutig zuwenig heilig um das Wasser zu teilen oder darüber zu gehen). Da haben sie das letzte Mal Land gemacht und jetzt stehen da Dünen mit Radwegen und Biotopen als hätte die Natur gearbeitet. (Der Hollandfilm vom letzten Mal u.a. mit den Bildern der Sandaufschüttung, genau da wo ich heute durch’s Meer gefahren bin, gibt’s auch auf diesem Blog (Auch sonst ist im Film viel Flora und Fauna zu sehen, wozu mir dieses Mal einfach die Ausrüstung fehlt um es festzuhalten, da muss schon mal ein Highlander den Weg kreuzen damit auf dem Handy Foto was zu sehen ist.): http://lienis.landplaninfo.ch/?p=1564).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 14

Knokke-Heist – Brekens – Hoek van Holand – Scheveningen

Zugegeben bei einigen Kilometer haben Schiffsmotoren geholfen, bei andern habe ich aber auf den legendären Pave Strecken, auf die es mich unvermittelt 2mal für einige Km verschlagen hatte, mich und das Material im Grenzbereich getestet.😉 Die Holänder habend übrigends genauso drauf mit den Radwegen. Innerorts leider immer mit Klinker, Fast etwas Mini-Pave. Nur haben sie soviele Radwege und an jeder Kreuzung ein Dutzend Wegweiser, dass man am Schluss fast wieder Orientierungslos ist und dauernd der Griff zur Kartenapp dazugehört. Aber sogar damit verfranst man sich immer wieder mal. Solange die Himmelsrichtung etwa stimmt nicht so schlimm, vorwärts kommt man auf allen Fijtsepaden. Seit fast alle Holländer mit E-Bikes unterwegs sind kommt man darauf auch zügig und ohne allzuviele Überholmanöver vorwärts.

Die Radwege durch die holländischen Küstendünen gehören mit zum attraktivsten was man so fahren kann. Es blüht gerade wie die Heuwiesen in den Bergen auch wenn das meiste nicht sehr einheimisch aussieht wie Rosa rugosa, Nachtkerzen u.sw). Aber selbst die Radautobahnen neben den Schnellstrassen sind Top zum Vorwärts kommen. Heute dürfte ich dem kleinen Radkranz mal etwas Ferien gönnen (Das Trettlager ächzt inzwischen besorgniserregend wenn ich ihn bräuchte), Höhenmeter? Heute Fehlanzeige.

2 Schiffspassagen gehörten heute auch dazu. Die zweite artete zu einer regelrechten Rotterdammer Hafenbesichtigungstour aus (echt gigantisch was da künstlich angelegt wurde). Es dürften also für die Beine in Tat und Wahrheit etwa 20km weniger gewesen sein als das GPS angibt. (Habe mir im bequemen Sessel aber wenigstens vorgestellt es sei ein Trettboot😂)

Auch die Fahrt über die Küstendämme sind sehr eindrücklich. Was die alles bauen um trocken zu bleiben ist unglaublich. Irgenwie verblassen vor diesen Dimensionen die paar Alpenlöcher, auf die wir so stolz sind ziemlich.

Wenn die von Le Havre hier in Rotterdam mal sehen könnten, wie man Radwege in Gigantoindustrieanlagen pflanzt, so dass es Spass macht durchzufahren. Da kommen einem sogar immer wieder Gümmeler entgegen.

Lastwagen verkehrten heute auch auf den Strassen keine – ausser einmal als wohl etwa 1’000 hupende LKW meinen Weg kreuzten. Wird wohl ne Demo gewesen sein. Oder der König der LKWs hat geheiratet?

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Supplement: Mit Blick vom Tisch auf den Hafen mit der Fangflotte kann man doch nur Fisch bestellen… und das mit dem Sonnenuntergang hat jetzt doch auch noch funktioniert 😎 (inkl. Glenfiddich😊)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 13

Calais – Dunkerque – Ostende – Knokke-Heist

Giro d’Italia oder Flandernrundfahrt?
Bevor es soweit war, musste ich zuerst mal Dunkerque hinter mich bringen. Am Freitagsmarkt an der Sonne gemütlich ein Kaffee schlürfen und ein Pain au Chocolat dazu, das hatte gepasst. Danch rein in die Stadt und mich elend verfranst. Irgendwann fand ich dann doch den richtigen Ausgang. Und ab da half auch wieder etwas Rückenwind. Und so wurde es nichts mehr mit dem letzten franz. Mittagessen. Schon vor 12:00 passierte ich die Grenze nach Belgien wo ich in der ersten Brasserie den auf der Karte aufgeführten Spaghetti Bolognese nicht wiederstehen konnte. Sicher waren sie kein Meisterwerk, aber nach so langer Pastaabstinenz doch irgenwie himmlisch.

Kaum über der Grenze begann ein komplett anderes Land. Nichts mehr von den franz. Versuchen mit dem einen ider anderen postmodernen Gemeindezentrum den verfallenden und leeren Geschäften Gegensteuer zu geben. Die ganzen 100km belgischer Sandstrand sind gesäumt von einer praktisch zusammenhängenden 10- Stöckig hoch gebauten Küstenbandstadt. Es scheint jeder Belgier hat Anrecht auf so eine Küstenwohnung am Strand mit Meerblick.
Die ganze Küste zudem erschlossen mit dem Küstentram und nur die Namen der Haltestellen erinnern an die früher wohl verschiedenen Ortschaften. Aber Velowege bauen können die Belgier wie niemand sonst. Man kann Belgien mit einem guten Dutzend Stops komplett durchqueren. Überall haben die Fietse vortritt und wärend die Franzosen überall Schwellen bauen um den Autoverkehr in den Dörfer zu verlangssmen machen es die Belgier mit Kein Vortritt oder Stop um die Velo- Autobahnen zu kreuzen.

Irgendwie habe ich im Laufe des Tages sogar das Gefühl bekommen die Belgier geben den Velos grundsätzlich immer Vortritt egal ob man von links oder rechts kommt.

Trotz viel Verkehr, zahlreichen Kreuzungen und Abbiegereien – so reibungslos und sicher vorwärts gekommen bin ich auf dem Velo noch nie, was auch dazu verführen kann einfach nach Gefühl drauflos zu halten, wenn man schon lange von der geplanten Küstenlinie abgekommen ist.

Entlang der Küstenblöcke à la Adria und der Strandriviera bei strahledem Sonnenschein, merklich anziehenden Touristenmassen und einem Gelati am Strand (das nach Spaghetti zum Z’mittag) fühlte sich alles schon etwas nach Giro D’Italia an.

Das muss jetzt so bleiben durch Holland denn Nachteil der Top Velowege
mit den hohen Tempi – wenn es dann doch mal rüttelt dann heftig – und so habe ich die Regen-Fuss- und Kopfschütze irgendwo unterwegs eingebüsst (quasi vom Sattel geschüttelt), aber wer brauht schon Regenschütze in Holland?

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Supplement: Was sonst als Essensbilder… dürfte ja ja mein einziges Gelage in Belgien bleiben 😉

Es musste also was belgisches sein (Hausgemachte Scampikroketten und belgisches Rindsfilet mit Fritten.) Und hat sich gelohnt! Den Namen des belgischen Biers zum Apero könnte ich mir genauso wenig merken wie die Namen derer die ich nicht probieren konnte, aber es war sehr gut!. Die Fritten etwa wie überall – (egal wer es erfinden hat) und der Espresso hält geschmacklich, was er von Auge verspricht – wer hätte denn damit gerechnet – guter Abschluss für ein Tag ‚Giro d’Italia‘.😎😊

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 12

Berck – Calais

Auf dem Camping kriegte ich genau den Platz unter der Strassenlaterne. (Wahrscheinlich kostete er deshalb soviel?) So hatte ich dauernd das Gefühl, wenn ich mich im Halbschlaf drehte, es werde schon morgen. Gut schlafen wäre anderst.

Die Nacht blieb, beschienen von der Kunstsonne, trocken, sber es ist kühl geworden. Ab dem Mittag setzt dann schottischer oder englischer Nieselregen ein und nach einiger Zeit ist alles Feucht und Kalt am Körper. Und dann hat mich das erste mal die Velokarte so richtig in die Irre geführt. Obwohl mein Track genau der Route folgte, wurde die Strasse auf den Hügel immer schmaler, war irgendwann nicht mehr asphaltiert und endlich oben, höchstens noch ein MTB Trail. Aus Rücksicht aufs Material wurde ich also eine ganze Weile lang Fussgänger. Einer dem ein störischen Drahtesel nebenher herumspringt und mit garantiert für das Gelände ungeeigneten Schuhen. Mal hielt ich das Velo, mal das Velo mich.

Die schlechte Nacht, die schweren Beine von gestern oder das miese Wetter, resp. das falsche Kartenmaterial; trotz eigentlich guten Winden ging die Zeit schneller vorbei als die Kilometer. Dunkirk blieb damit als Ziel zu weit. Und die Aussicht nach der Wienerschokolade nochmals 50 km durch den Regen liessen mich abbrechen und ein Hotel in Calais nehmen.

Genug Zeit zu trocknen und zu erholen – morgen soll’s dann wieder sonniger werden auf dem Weg nach Belgien.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Supplement: Hätte ich gewusst das um 18:00 noch die Sonne kommt, ich hätte es mir evtl. mit Dunkirk doch noch überlegt um den günstigen Wind auszunützen. So aber, nachdem ich wie üblich vor einem aufgegebenen Velogeschäft stand, doch noch den Zweiten beim Laden abschliessen abgefangen und nun endlich wieder entspannt(er) mit Ersatzmaterial (Hoffe die gelben Streifen müssen nie ans Velo😲) unterwegs.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 11

St. Valery-en-Caux – Dieppe – Le Tréport – Berck

Ziemliche Tour und dann noch Zelt stellen und dann nochmals aufs Velo bis zum verdienten Bier, darum wird jetzt vor dem Blogen erst mal erholt. Alles andere dann im Supplement.

Supplement: Es begann einmal mehr trüb und kalt. War das erste mal, dass ich lange Hosen und Armlinge gebraucht habe. Wo ich herkam war der Himmel blau, wo ich hinwollte noch dunkelgrau. Aber es besserte zusehends. Der Wind war praktisch still. Wenn er mal etwas blies gleichmässig von vorne und dann auch wieder von hinten, was hauptsächlich dem Zickzack Kurs der Veloroute Littoral zu verdanken ist. Also nochmals Schnitzeljagt auf Velowegweiser und immer wenn ich dachte, jetzt habe ich es im Gespühr wo die die Schilder jeweils verstecken, fährst du schon wieder unvermittelt irgendwo runter an den Strand, um da feststellen, dass das im Gegensatz zu vielen Male wo die Route so verläuft, es gerade diesmal gar nicht nötig war. Also wieder rauf (Ist doch alles Training für die Alpenpässe😉).

Als nach dem Mittagessen (so stellt man sich Velofahren in Frankreich vor mit Seefood vom besten, oder?) die Route Littoral zuende ging, verlief der Radweg dann meist wieder auf Strassen oder parallel zu Schnellstrassen angelegten Velowegen (hat sicher ein Holänder geplant). Ab und zu allerdings wollte der Eurovelweg Nr. 4 unbedingt sicherstellen, dass man an allen Campings in den Dünen und quer durch jedes Natuschutzgebietchen kommt. Irgenwie zählte dabei das GPS dauernd hoch, nur die Anzeigen der Distanz auf den Strassenschildern nach Berck kamen nicht gleich mit.

Schliesslich doch noch geschafft 26 Euro für 2 mal 10 min. Duschen und ein nicht mal richtig sauber gemachter Zeltplatz? Ziemlicher Abriss aber was soll’s ich will kein Meter weiter.

Muss ich aber doch, dnn Camping hier – Zentrum mit den Beizen dort. Dazwischen 2 km. Also zur Krönung nochmals hoch aufs Rad. Immerhin üppig und gut gegessen, auch wenn es unter ‚Touri-Abriss‘ weitergehen könnte. Es leben halt alle vom Tourismus nur viele hat es noch nicht, die Beizen sind nur dünn besetzt. Da muss ich wohl herhalten um gemolken zu werden?

Was soll’s. Jetzt hoffe ich France Meteo ist besoffen und der für Morgen prognostizierte Regentag fällt aus. Fühlte sich heute mit Sonne und Pinienwälder (waren evtl. auch andere Föhren) in den Dünnen schon sehr schön sommerlich an.

Um auch schon Sonnenuntergangsbilder zu posten ist es noch zu früh. Hole ich dann nach wenn ich nicht schon vorher wegpenne.🤣

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hat leider zuviele Wolken am Horizont für einen schönen Untergang, aber wer weiss schon ob nochmals besser wird:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 10

Le Havre – Étretat – Fécamp – St. Valery-en-Caux

Heute vor allem kämpfen. Kampf immer gegen dem Wind, der ganz kräftig ins Gesicht blies. Gegen das Verlieren der Velowegweiser-‚Schnitzeljagd v.a. wenn Abschnitte ohne Umleitung einfach gesperrt wurden oder die kleinen Schilder bei rasanten Abfahrten (gab’s ab und zu trotz Gegenwind) übersehen wurden (heisst dann jeweils zurück- den Berg hoch), gegen die Tücken der Strasse, inkl. Flicken eines Platten. Am Schluss musste ich kapitulieren und kam nicht wie geplant bis Dieppe. Dafür zeigt sich am Abend wieder Mal die Sonne.

Als ich beim letzten Zviericola merkte, dass ich eigentlich gern so langsam auf dem Camping wäre, machte mich die Zimmerliste des zugehörigen Hotels an. Leider alles besetzt, aber Booking.com sagt in 100m gibt’s moch ein günstiges Zimmer. Bis zum nächsten Camping wären es nochmals 20km gegen den Wind. Also gebucht und ‚Hotel‘ aufgesucht. Nur da ist niemand. Angeschlagen sind 3 Tel.Nr. Und irgend ein Zettel von wegen man soll ins Hotel nebenan. Nur da ist auch niemand und die selben Telefonnummern.

Leider sind die Nummern ausser Betrieb oder es kommt ein Band. Schliesslich mach dem x-ten Versuch meldet sich jemand und sagt mir, dass ich im einen Hotel den Schlüssel für das Zimmer im Andern selber nehmen kann.(oder so ähnlich.) Am Schluss nach 4 Telefonaten war das Zimmer dann gar nicht da, wo ich eigentlich gebucht hatte, sondern im Hotel nebenan. Immerhin Zimmer mit direktem Meerblick (Ich glaube ich muss den Wecker stellen, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Ja, könnte man französisch oder die Franzosen etwas Deutsch man würde sich vielleicht einfacher verstehen😉).

Das schöne Wetter mit dem Wind muss auch genutzt werden um nach 1h suchen und hin und her (vielleicht wäre noch etwas gegen den Wind doch der einfachere Weg gewesen?) endlich im Zimmer mal wieder eine Velogarnitur zu waschen, man traut sich ja sonst in kein Resti mehr rein.

Und dann rasch los. Es gibt ja jede Menge Restaurants am Ort. Und wenn es sowas für unter 30 Euro gibt warum nicht den ‚Assiette Homard“ mit Austern, Crevetten in allen Grössen, Bullots, Hummer und Scampis? Fazit: hat sich echt gelohnt-ein Festschmaus. Einfach serviert, alles frische und gute Ware, wie es halt nur am Meer sein kann, was will man mehr – vielleicht dass der Wind morgen wie üblich aus Westen anstatt Osten bläst? (So lautete doch der Plan: durchs Land in Deckung von Bergen und Büschen nach Westen und dann vom Westwind getrieben der Küste nach ’segeln‘).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 9

Bayeux – Pont de Normandie – Le Havre

Irgendwann erklärt mir sicher von Garmin mal wer, warum ich bei dem Höhenprofil nicht längst im Meer ertrunken bin. Ansonsten war es wieder ein trüber, feuchter und schon fast schottisch kühler langer anstrengender Tag. Es wollte einfach nicht so richtig rollen, dabei habe ich doch extra nochmals etwas Luft in die Pneus gequetscht. Die Strassen waren meist recht stark befahren und gleichzeitig voller Schlaglöcher, Stellenweise haben sie wohl vergessen nach den Granateinschlägen vom D-Day neu zu teeren.

Also war konzentriertes Fahren und um nicht wieder Pannen zu riskieren eher verhaltenes Gas geben angesagt. Ausserdem haben die hier irgendeinen Narren an Rotlichtern gefressen. Ich dürfte wohl so an die 200 Stück passiert haben (wobei sicher 180 auf Rot standen). Jedesmal wenn es etwas zügiger ging kam bestimmt so ein Ding. Habe also fleissig meinen Antritt trainiert😉.

Dass es mich dann wieder einmal auf einen Voieverte ohne Asphalt verschlug gab wenigstens mal Verschnaufen vom Verkehr war dem Tempo aber auch nicht förderlich (Man bildet sich ja ein lernfähig zu sein und darum schön süferli😂)

Dazwischen gab’s auch immer wieder mal kurzen angenehmere Abschnitte aber so echte Highlights eigentlich nicht.

Aufgrund der Karte hatte ich ja so eine kleine Ahnung, dass die Einfahrt in Le Havre kein Honigschlecken wird. Schon dass der Euroveloweg über eine Autobahnbrücke eingezeichnet war, machte mich etwas stutzig. Manchmal gibt’s ja dazu ein Extrageschoss oder seitliche Anbauten. Aber es kam alles noch viel schlimmer. Der Veloweg mündete direkt und hochoffiziell auf die Autobahn. Der am Anfang noch fast zwei Meter breite Streifen verjüngte sich auf knapp 1m für den steilen Aufstieg und die rasche Abfahrt. Nebenher dröhnende 40 Tönner die mit 90 km/h vorbeidonnern im Sekundentakt (normale Autos gabs fast keine, nur eine unendliche Anzahl LKWs). Dazu noch die steife Brise hoch über der Seine-Mündung. Glaubst oder nicht, aber da spielen die Stresshormone ganz schön verrückt. Auf der Fahrt ins Zentrum ging’s durch das ganze Hafengelände mal mit mal ohne Velostreifen und Immer 40 Tönner vorne und 40 Tönner hinten. Rezept: Gring abö u trampä, möglichst so schnell wie die Laster damit sie nicht überholen wollen. Nach 130 km noch Rennen fahren gegen Brummies kostete dann definitive die letzten Körner.

Es dürfte wohl die mühsamste Strecke gewesen sein. Alles andere lässt sich wohl umfahren. Und für ein nächstes Mal: Le Haver mit Velo? Wird es von mir nicht mehr geben, einmal reicht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Supplement? War eigentlich nicht geplant. Ab in die nächste Beiz, die Moule anbietet und dann ab ins Bett hiess der Plan. Gekommen ist es so, dass wenige Meter vom Hotel gerade mehrere Franzleuze eine unscheinbare Beiz namens Taverne Pailette anstreben. Was mach ich? Klar wie ein Schaf hinterher.

2.5h später ist mir speiübel vom (überfressen) reichlich essen😉. Nach Bier Wein und Calva bin ich zudem ziemlich Groggy und für den Mist den ich zusammenschreibe bitte ich schon mal um Entschuldigung.

Seit 1596 soll es diese Beiz im typischen Nachkriegsbau geben? Von Aussen glaube ich es nicht, als ich Stammgäste und Servierpersonal gesehen hatte schon eher. Es war ein Beizen-Balett nach meinem Geschmack. Jeder Kelner ein Original. Aber alle mit 360°Blick und nur für die Gäste da. Das Essen sehr toll. Die Taverne ein gut geöltes Bienenhaus. Niemand musste je auf gar nichts über Gebühr warten. Habe ich schon lange nicht mehr auf diesem Niveau erlebt. Austern, Lachstartare, Moule à la Normand, Früchtetiramisu, Kaffe mit Calva waren aber in der Summe doch etwas zu üppig ausgefallen. Übrigends was beim Fondue die Kruste ist bei Moule à la Normand die letzten Fritten im Fonds nach den Muscheln und ehrlich: Die Foduekruste könnte mir bei solchem Fonds gestohlen bleiben.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Also irgendwie ist Plan am Schluss ja doch aufgegangen😂

Tour de France – Etappe 8

Falaise – Bayeux – Omaha Beach – Bayeux

Selten so im Nebel rumgegurkt. Sichtverhältnisse wie an einem schlechten Skitag. Alle 500m hat sich der Nebel wieder an die Brille geheftet. Anfangs wunderte ich mich noch, warum es Richtung Meer plötzlich wieder Bergauf geht. Und auch beim ersten Strassenschild ‚Route de Suisse Normand‘ hat es nicht gleich Klick gemacht. Mit weniger Nebel wäre ich sicher rascher drauf gekommen. Irgendeine Laune der Natur hat hier verhindert dass die Berge ganz wegerodiert sind. Also heisst die Gegend jetzt Suisse Normand und hat einige wunderschöne einsame Täler mit schroffen Abhängen. Würde mich nicht wundern wenn hier auch noch einige Rumantsch sprechen würden, so wie die giftigen Anstiege gebaut sind. Aber allzuschlimm war’s am Schluss doch nicht. Schade nur, dass kein Aufstieg mit Aussicht aufs Nebelmeer belohnt wurde.

Pünktlich zur Mittagszeit wurde das Tagesziel und zweite grosse Plan-Etappenziel (nach Orléons) erreicht und sofort nach Austern Ausschau gehalten. Was dann mit einem vernebelten aber regentrockenen Sonntagnachmittag anfangen?

Gepäck im Hotel (ist recht kühl und wieder Regen angesagt und weil es grad so ein tolles Zimmer frei hatte und wohl entlang der Küste noch viele Campinggelegenheiten kommen und es so bequem ist😁) abgeben und weil es so Spass macht einen Freizeit- Veloausflug machen? Genau – Immerhin hatte ich das Meer erst auf dem Teller gesehen und das letzte Mal zuwenig Zeit gehabt den amerikanischen Kriegsfriedhof an Omaha Beach richtig zu besichtigen.

Also los auf die Extrarunde. Der Friedhof auch das zweite Mal unglaublich beeindruckend. Und so ganz werde ich das Gefühl nicht los, dass die Ereignisse Juni 44 nicht stattgefunden hätten, ich evtl. heute nicht die Chance hätte so frei und zum Spass durch Frankreich zu radeln als würde mir das ganze Land gehören.

Ich möchte mir ja nicht ausmalen wie wir leben würden, wäre die Landung gescheitert. Ob das diese Menge Opfer Wert waren will ich nicht beurteilen, ich wollte schliesslich auch niemanden kennen der so ein Kreuz erhalten hat, aber kurz nachdenken, dass unser Lebenstil nicht einfach vom Himmelgefallen (oder wir das gar den Unabhängigkeits- und Isolationisten-Plagöris der SVP zu verdanken hätten) sei erlaubt. Hier wurde unser Europa gebaut mit vielen vielen Opfer, die vermutlich nicht mal wussten wozu.

Nach all den rostigen Jeeps und Sherman’s und Amifahnen vor jedem 2. Hof (meist als Museum angeschrieben) schliesst sich in Russi(y), mit dem Schweizerkreuz am Ortsschild, irgendwie der Kreis zur Skifahranalogie am Morgen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Supplement? Klar, doch, aber weniger spektaktulär…(Zugegeben Fish & Chips als Ersatz für die leider ausgegangenen Moule ( die letzten wurden am Nebentisch verspiesen) waren etwas gewagt (in einer Stadt voller Englandflaggen könnte man es wagen?). Es war dann sowas wie Wienerschnitzel aus Fisch. Mangels Pasta reicht ja evtl. Panade und einige Affligem für den Kolehydratnachschub😉. Leute: Es ist echt ein geiles Gefühl, wenn man darauf achten muss GENUG zu essen 😁😁😁).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tour de France – Etappe 7

Nogent-le-Rotrou – Sées – Argentan – Falaise

Sehr schöne Morgenstimmungen, fast herbstlich mit soviel Feuchtigkeit in der Luft. Es wird wieder hügeliger. Den ganzen Tag geht’s rauf und immer bald auch schon wieder runter. Recht kurzweilig so über die vielen kleinen Strassen, die Orientierung dabei zu behalten, ist manchmal etwas Glückssache (eigentlich hätte man das Ziel laut Routenplaner auch mit 125 km erreichen können 😕). Die typischen Landmarken (Kirchen und Wassertürme) gleichen sich wie ein Ei dem Anderen.

Das ist das blöde beim Routenplaner- wenn man sich nicht dran hält. Eigentlich hätte Bayeux nach 850 km längst erreicht sein sollen. Jedes mal falsch abbiegen kostet Zusatz- km ohne Chance es wieder ‚gut zu machen.

Beim Mitagessen in Sées wurde es kulinarisch-amtlich: Die Normandie ist erreicht. Aus Rücksicht auf die restlichen Tageskilometer habe ich auf die ersten Austern (noch) verzichtet und mich an die typische Fischsuppe und ’normannische‘ Kolenhydrate à la Carbonara gehalten.

Irgenwann wurde es dann zuviel Feuchtigkeit und seit 7 Tagen das erste mal für ca 25km die Regenvollmontur montiert. Funktioniert super, bei diesen Temperaturen wird man definitiv nicht von Aussen sondern nur noch von Innen klitschnass.

Nach so einem ganzen Tag in feuchtwarmen bis nassem Klima (ohne Aussicht auf Besserung) und mit kräftezehrenden dauernden auf und ab, hat mich die Campinglust auch heute verlassen. Rasch ins Hotel und liegen, liegen, liegen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Supplement:

Da gibt’s ein Restaurant in Falaise…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Unter dem Strich sehr gut gegessen, ein Schnäppchen war es nicht, inbesondere wegen verbesserungswürdigem Service (Überforderte Wirtin mit ‚Leck mich am Arsch Stiftin‘ oder umgekehrt, so ganz zuordnen konnte ich die Rollen nicht). Trotzdem: Back to Normandie = Back to Hommard. 😀

Wieviele Km so ein Hummer hergiebt teste ich dann morgen.