Nach einem wunderbaren Znacht, wie man es sich für Frankreich im besten Fall so vorstellt (Terinne à la grand mère, Pate maison ‚Carbonaraart‘, Tarte tatin, dazu tolle Weine und ein spitzen Calvados) gabs viel Schlaf, um ausgeruht in die heutige Etappe 12 zu starten. Wie gewohnt nebelverhangen und um die frösteligen gefühlten 10° starten wir und glauben noch nicht an die Prognosen, die für heute 30° ansagen. Aber rasch kommen wir aus dem Morgennebel und auf traumhaften Nebenstrassen, wo nur sehr selten ein Auto vorbeikommt, und es geht von den alpenähnlichen Pyrenäen in eine mediterrane Landschaft zu der die rasch steigenden Temperaturen hervorragend passen. Auch die Hügel wirken sanfter und die Anstiege passen hervorragend, um in hoher Kadenz hochzukurbeln und um keine kleineren Gänge zu vermissen. Die Maggia wirkt karg, zum ersten mal stehen nicht überall Schafe, Kühe oder Pferde in den Büschen, dafür Pinien, Zypressen und vereinzelt Oliven in den Wäldern. Dabei sichte ich mit einem Reh am Wegrand das erste grössere Wildtier das keine Flügel hat auf der ganzen Tour. So nehmen wir nacheinander den Col de St.Louis (der uns in der Abfahrt mit kunstvoller Wegführung und Brücke eine 360° Kurve bietet), den Col d’Aussières (Bei dem nicht so klar ist, warum es nach dem Col weiter rauf und runter geht bis die Abfahrt endlich startet) und nach einer Croq monsieur in der Bar (weil wir das Resti 20 m weiter übersehen hatten) zum Schluss noch über den Col de Roque Jalère. Diesen letzten dann tatsächlich in brütender Mittelmeerhitze, so dass der Pool im Chambre d’hôte grad richtig gelegen kommt. Rückblickend verblüffend, wie wir nach langen Tagen in den zum Teil sehr alpenähnlichen Hoch-Pyrenäen, innerhalb weniger Kilometer in eine komplett andere neue Landschaft gefahren sind. Mittelmeer wir kommen!

Von Andreas