
Das Hotel in Cadéac war von der etwas seltsameren Art, hatte aber ein Resti für die Hotelgäste, was uns recht war, da es im Dorf nichts anderes gab und wir so nicht nochmals auf die Räder mussten. Andere Gäste als vom Hotel liessen sich nicht blicken, um die eher zusammengewürfelte Hobbyküche zu ‚geniessen‘. Immerhin Kalorien waren dabei (nicht zuviel bei Kinderportionen) und krank machte es uns auch nicht.
Am Morgen dann ein trübes verhangenes graues Einerlei und die Aussichten, dass es ab Mittag regnen soll, trübte die Vorfreude auf den heutigen Tag etwas. Trotzdem: Los gings auf den ersten Pass: Col du Val Louron-Azet. Tolle kaum befahrene Strasse, nicht zu steil und mit dem vielen Nebel fast meditatives Pedalen. Kurz vor dem Gipfel wird von einem rasant entgegenkommenden Auto ein Velorennen angekündigt und schon donnern die ersten Gümmeler aus dem Nebel heraus an uns vorbei den Berg runter. Oben angekommen erwarten wir dann den Hauptharst, aber sie quälen sich alle Einzeln und weit auseinandergezogen hoch. So können wir vorsichtig in die Gegenrichtung abfahren und es dauert einige Zeit bis der Besenwagen den Rennschluss signalisiert. Nur damit wir einige Kurven weiter schon ins nächste Rennen reinfahren, in den Aufstieg zum Col Peyresourd (und damit schon unser 3. Pass der diesjährigen Tour de France). Nach TdF fühlte es sich auch für uns an, wie wir unablässig von doppelt so schnell fahrenden Gümmelern überholt werden (kleiner Trost: Keiner hatte Gepäck dabei). Auch wärend diesem Pass blieb das Wetter überraschenderweise trocken (nebelbeschlagene Brillen zählen nicht als Niederschlag) und während wir uns in Bagnères-du-Luchon zum Mittag stärkten, etwas erholten und in der Herbstfrische langsam auskühlten, besserten auch die Prognosen in der Meteo App. Das alles schreite nach einem dritten Pass zum wieder warm werden, zumal wir sonst auch viel zu früh im Chambre d’hôte angekommen wären und so gabs nochmals einen Abstecher nach Spanien über den Col du Portillon, wo dann die Mountainbiker ihre Rennen ausjalusiert hatten, allerdings ohne dass wir ihnen in die Quere gekommen wären. Die Strasse war mit guten 10% ausreichend steil für uns um am Schluss auf die 2’250 Höhenmeter zu kommen (Zugegeben: 2m davon gehen auf das Konto der Treppe ins Zimmer und auch Treppen können schmerzen.) Ideal getimed stehen wir 1 Minute zu früh am hübschen Chambre d’hôte, werden von Valérie herzlich begrüsst und mit ihrem hausgemachtem Duschgel versorgt (vermutlich stinken wir schon wie zwei Iltisse).
