Esquieze-Sere und Luz-Saint-Saveur sind voll auf Velofahrende Tourmaletbezwinger eingestellt, so fanden sich zur Vorbeitung sogar auf der französisch Speisekarte Spaghetti Bolognese. Kann man vernüftig als Hauptgang (Rüfi) bestellen oder unvernüftig zur Vorspeise (Lieni), was in der Küche immerhin die Frage aufwirft, ob das Velofahrer bestellt hätten (Also evtl. doch nicht ganz ungewöhnlich hier). Wolkenverhangene Berghänge aber trocken und laut Meteo sind Aufhellungen zu erwarten. Also beste Bedingungen um das Dach unserer Pyrenäentour, den legendären Tourmalet zu erklimmen. Je weiter hoch wir kommen, desto eher lassen kleinere Löcher zwischen den Wolken und Nebelschwaden auch mal etwas Aussicht zu. Der Pass ist lang steigt aber angenehm und so bleibt als kleines Highlight die Geburt zweier Lämmer just während einer Verschaufpause in einer Serpertine.
Natürlich waren wir an dieser Legende der Velopässe nicht die Einzigen, die sich auf die 2’115m hochkämpften und die von der Tour de France übriggebliebenen zahreichen Strassenmalerein besichtigten. Hätte ja ruhig auch mal Einer ‚Allez RüLi‘ auf die Strasse malen können.
Hinten runter (bzw. einfach auf der anderen Seite runter, lässt sich bei einem Pass ja schwer sagen wo vorne und wo hinten ist) gabs dann gar keine Aussicht mehr, ja eigentlich nicht mal einfache Sicht, so dicht war der Nebel. Trotz sichtbedingt langsamer Abfahrt und zusätzlichen langen Kleider kühlten wir komplett aus und waren froh uns unten in einer Pizzeria wieder aufzuwärmen. So gestärkt ging es in den Col d’Aspin, der wohl auch noch von der Tour de France her mit frisch geteerten hervorragenden und recht verkehsarmen Strassen ein Genuss zu fahren war und der auf der anderen Seite (oder hinten?) eine lange und rasante Abfahrt bot.
Beide Col zusammen gaben heute über 2’000 Höhenmeter.

Von Andreas