Nachdem wir uns gestern Abend beim Gang in ein kleines unscheinbares Resti nochmals kurz richtig verregnen liessen, durften wir ein unerwartet tolles Menu mit der lokalen Spezialität Truite d’Ossau geniessen. Pünktlich auf den überraschend guten Morgenkaffee trocknet es ab und blauer Himmel zeigte sich. Der erste Anstieg zum Col d’Aubisque von 15 km Länge liess nicht lange auf sich warten und brachte uns praktisch ab Hoteltüre, trotz frischen Herbsttemperaturen, sofort zum schwitzen.

Gute Strassen mit meist angenehmen Steigungen von 7-8% brachten uns rasch in die hiesigen Skigebiete hoch, mit den für Frankreich so typischen hässlichen Retortenorten wie eben Gourettes. Vor dem Gipfel posierten dafür erneut ein paar Gäsegeier, die einen Schafkadaver (sah jedenfalls nicht nach Velofahrer aus, obwohl es davon auch fast so reichlich wie Schafe hatte) erspäht hatten.

Der Weg von Col d’Aubisque zum Col de Soulor führt über eine der landschaftlich schönsten Pyrenäenstrassen und bot ein deja vue der besonderen Art: Auf den schon vor Jahren absolvierten virtuellen Touren auf dem Heimtrainer war dieser Abschnitt in den Videos so beeindruckend, dass der Wunsch, das alles mal in echt zu fahren, entstand – und jetzt? Voila hier bin ich!

Der Col de Bordéres machte heute den Schluss, abgesehen vom moderaten schönen, wenn auch vielbefahrenen, Schlussanstieg in Richtung Equièze-Sère durch die Schlucht der Gave de Pau, was die heutigen Höhenmeter fast auf 2’000 steigen liess.

Neben den Anstiegen bleiben auch die tollen angenehmen Abfahren in die verschiedenen Täler des Pyrenäen-Nationalparks sicher in bester Erinnerung.

Auf der Tour trifft man ‚alte‘ Bike Packing Freunde, am ersten Pass das Pärchen mit den teuren S-Works Bikes, dem wir gestern am Marie Blanque direkt das letzt alkohlfreie Bier vor der Nase weggetrunken hatten, und heute beim Hotelcheckin, die französischen Kollegen, die uns am Col d’Iraty schon mit dem Spruch „que vieux come nous“ überholt hatten.

Von Andreas