Das Wetter wird immer unbeständiger, das Routen planen damit etwas zur Glückssache. Mit den angesagten Gewittern und den wenigen Unterkunftsmöglichkeiten haben wir die Passfahrten im Triglivnationalpark verworfen und haben etwas besser erschlossene Routen in Österreich bevorzugt um bei Bedarf irgenwo unterzukommen. Zwar wars beim Aufstehen noch trocken, beim Morgenessen schüttete es bereits um beim Auschecken dann wieder trocken zu sein; nur um, kaum ist alles Gepäck am Drahtesel aufgeschnallt, wieder runter zu lassen und uns die Regenkleider überziehen zu lassen. Bis wir alles anhatten wars schon fast wieder vorbei und nach den ersten 2 km musste alles wieder runter, damit wir nicht von innen durchnässt waren noch bevor der Aufstieg des Tages (kurz und heftig über den Wurzenpass) begann. So können wir uns immerhin Rühmen schon mal im Weltcup Zielraum von Kranjska Gora einen Teilstrip gemacht zu haben.
Der Wurzenpass war sowohl hoch, wie auch das viel weiter wieder runter auf der österreichischen Seite, mit 18% Rampen gespickt, was beim Runterfahren in Kombination mit miserablem Strassenbelag voller
Schlaglöcher ebenfalls zur Herausforderung werden kann. Aber das Wetter hat, anderst als befürchtet, gehalten; ab Grenze waren sogar die Strassen trocken und die Regenhäute blieben den Rest des Tages verstaut, auch wenn es manchmal nur knapp an uns vorüber zog.
Villach wollte uns mit seiner riesen Kirmis zum Villacher Kirchentag mit zahlreich Fressständen verführen, aber die Wetterprognose im Nacken zogen wir es doch vor, bei trockenem Wetter weitere km hinter uns zu bringen. Ohne Dirndl und Lederhosen waren wir mit den Veloklamotten auch etwas underdressed. Belohnt wurden wir dann dafür mit besten Fischgerichten im Fischerhof am Afritzer See, wo uns am Wegesrand ganz nebenbei und unerwartet das Hermann Meier Denkmal zuwank: Der kommt ja offensichtlich ziemlich vom A… der Welt oder wie sie hier sagen der ‚Äusseren Einöde‘.
Ansonsten war es eine Strecke typisch für österreichische Bergtäler, mit immer wieder mal hübschen Weilern und dann wieder schrecklichen Einkaufs- und Industriegebieten auf oft schlecht instand gehaltenen Radwegen entlang stark mit Ausflugsverkehr befahrener Landstrassen, so dass man nie weiss, welches Übel man lieber auf sich nimmt: Die üblen Radwege oder die übel gelaunten Autofahrer, weil man den Radweg meidet.

Von Andreas