Die Idee in Bratislava in einer Konditorei mit einem feinen Kaffee zu starten, scheiterte an der Routenwahl entlang der Donau, die durch Kommerzzentren und Industriegebiete führte. Nach 1h dann endlich der erste Radlertreff, wo wir dann aber schon viel zu viel verdunstet hatten um nur noch mit einem kleinen Espresso aufzutanken. Nach der Donau dann ins topfebene und damit ziemlich orientierungslose (und wohl auch Burgenlose, oder man sieht sie nicht ohne Hügel; wo man sie hätte raufstellen können) Burgenland. Halt fahren nach Zahlen (oder besser nach Navi). Zwischendurch meint man sich an den Windrädern orientieren zu können, aber die stehen so überall, dass das mit der Zeit genauso verwirrte wie die vielen Abbiegungen um irgendwelche Hecken. Dafür kann man mit den meisten Abschnitten gleich eine Vielzahl von Velorouten abhaken.
Vor Neusiedel dann der schrecklichste Ort Österreichs – ein Outletvillage so gross wie die Zürcher Altstatt und Velowege geplant von einem bekifften Disney Park Verkehrsplaner.
Die Fahrt nach Süden entpuppte sich mit sehr steifem Gegenwind dann als echter Kraftakt. Schottische Windstärke aber Temparaturen als hätte jemand einen heissen Riesenföhn aufgestellt. So rasch wie es verdunstete gelang es fast nicht neues Wasser nachzuschütten. Und Baden bei 20cm Wassertiefe ist auch ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Immerhin 3 km der heutigen 110 km schenkte uns die Fahrradfähre. Dass dann die letzten 15 km zum Gegenwind auch noch richtige Anstiege beinhaltete, zeigt hoffentlich, dass die Ostalpen nun nicht mehr allzuweit sind.

Von Andreas