Es begann ganz moderat mit angenehmen Steigungen um die 5%. Nach den ersten Kilometer gings dann richtig in die Südrampe rein und die Steigungen pendelten zwischen 8 und 13% bis zum Chalet Reynard. Gut hatten wir uns entschieden das Gepäck in der Unterkunft deponiert zu lassen, was uns zwar zwang den selben Weg auch wieder runter zu donnern, in Anbetracht der Landschaft war das überhaupt kein Nachteil. So eingefahren war der Höhepunkt der Tour vom Chalet Reynard bis zum Gipfel mit ca. 7% richtig zum Geniessen. Und das haben wir nicht Alleine getan: Hunderschaften von Lenkstangengoiferis jeden Alters taten es uns gleich und fuhren, sprinteten oder quälten sich auf ihren Rennräder den Berg hoch. Das schönste aus Velofahrersicht: Motorräder blieben die absolute Ausnahme, Autofahrer benahmen sich als hätten sie ein schlechtes Gewissen den Velos den Platz streitig zu machen.
Dies war dann in der langen Anfahrt nach Avignon nicht mehr so. Nach 6 Tagen auf meist leeren Strassen muss man sich zuerst wieder an den Stadtvekehr gewöhnen (mit Metonung auf ‚muss‘, nicht ‚will‘!).
Aus dem geplanten schönen Abend in Avignon wird leider Nichts. Die Züge morgen sind schon ausgebucht und darum sind wir kaum angekommen kurzentschlossen noch in den sehr vollen TER nach Lyon – Genf gestiegen, um morgen noch rechtzeitig heim zu kommen. Die Mitfahrenden haben sicher Freude an uns verschwitzen Velöler – aber sie lassen sich nichts anmerken.