Tour de France – Etappe 8

Falaise – Bayeux – Omaha Beach – Bayeux

Selten so im Nebel rumgegurkt. Sichtverhältnisse wie an einem schlechten Skitag. Alle 500m hat sich der Nebel wieder an die Brille geheftet. Anfangs wunderte ich mich noch, warum es Richtung Meer plötzlich wieder Bergauf geht. Und auch beim ersten Strassenschild ‚Route de Suisse Normand‘ hat es nicht gleich Klick gemacht. Mit weniger Nebel wäre ich sicher rascher drauf gekommen. Irgendeine Laune der Natur hat hier verhindert dass die Berge ganz wegerodiert sind. Also heisst die Gegend jetzt Suisse Normand und hat einige wunderschöne einsame Täler mit schroffen Abhängen. Würde mich nicht wundern wenn hier auch noch einige Rumantsch sprechen würden, so wie die giftigen Anstiege gebaut sind. Aber allzuschlimm war’s am Schluss doch nicht. Schade nur, dass kein Aufstieg mit Aussicht aufs Nebelmeer belohnt wurde.

Pünktlich zur Mittagszeit wurde das Tagesziel und zweite grosse Plan-Etappenziel (nach Orléons) erreicht und sofort nach Austern Ausschau gehalten. Was dann mit einem vernebelten aber regentrockenen Sonntagnachmittag anfangen?

Gepäck im Hotel (ist recht kühl und wieder Regen angesagt und weil es grad so ein tolles Zimmer frei hatte und wohl entlang der Küste noch viele Campinggelegenheiten kommen und es so bequem ist😁) abgeben und weil es so Spass macht einen Freizeit- Veloausflug machen? Genau – Immerhin hatte ich das Meer erst auf dem Teller gesehen und das letzte Mal zuwenig Zeit gehabt den amerikanischen Kriegsfriedhof an Omaha Beach richtig zu besichtigen.

Also los auf die Extrarunde. Der Friedhof auch das zweite Mal unglaublich beeindruckend. Und so ganz werde ich das Gefühl nicht los, dass die Ereignisse Juni 44 nicht stattgefunden hätten, ich evtl. heute nicht die Chance hätte so frei und zum Spass durch Frankreich zu radeln als würde mir das ganze Land gehören.

Ich möchte mir ja nicht ausmalen wie wir leben würden, wäre die Landung gescheitert. Ob das diese Menge Opfer Wert waren will ich nicht beurteilen, ich wollte schliesslich auch niemanden kennen der so ein Kreuz erhalten hat, aber kurz nachdenken, dass unser Lebenstil nicht einfach vom Himmelgefallen (oder wir das gar den Unabhängigkeits- und Isolationisten-Plagöris der SVP zu verdanken hätten) sei erlaubt. Hier wurde unser Europa gebaut mit vielen vielen Opfer, die vermutlich nicht mal wussten wozu.

Nach all den rostigen Jeeps und Sherman’s und Amifahnen vor jedem 2. Hof (meist als Museum angeschrieben) schliesst sich in Russi(y), mit dem Schweizerkreuz am Ortsschild, irgendwie der Kreis zur Skifahranalogie am Morgen.

Supplement? Klar, doch, aber weniger spektaktulär…(Zugegeben Fish & Chips als Ersatz für die leider ausgegangenen Moule ( die letzten wurden am Nebentisch verspiesen) waren etwas gewagt (in einer Stadt voller Englandflaggen könnte man es wagen?). Es war dann sowas wie Wienerschnitzel aus Fisch. Mangels Pasta reicht ja evtl. Panade und einige Affligem für den Kolehydratnachschub😉. Leute: Es ist echt ein geiles Gefühl, wenn man darauf achten muss GENUG zu essen 😁😁😁).

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