Gestern Abend habe ich mich mit dem Film ‚Ventoux‘ etwas eingestimmt auf den heutigen Tag. Es war nicht die höchste Steigung der Tour, auch nicht die steilste, aber vielleicht die Attraktivste mit einem einzigartigen Finale vom Chalet Renard hoch zum Mont Vontoux.
Schon mal durfte ich das bei schönstem Wetter geniessen, damals als krönender Abschluss der Tour de Cevennes (Siehe: http://lienis.landplaninfo.ch/?p=7490)
Heute gings bei frostigen 5° los. Trotzdem mussten Jacke und lange Hosen am sonnigen Aufstieg schon nach den ersten 100 Höhenmeter wieder demontiert werden. Von Sault zum Chalet Renard hoch führt eine wunderbare Strasse durch die Weiden, Lavendelfelder (die um diese Jaherszeit leider alle abgeerntet sind) und die einzigartigen Wälder des Mont Vontoux Naturparks. Das alles mit angenehmen, wenn auch sich lange hinziehenden, 3-4%. Ab Chalet Renard dann das berühmte steilere Schlussstück durch die zunehmend kargere einmalige Geröllwüste, so dass man nach 26 km endlich auf den 1910 m.ü.M. ankommt und den Blick über die Provance und das Rhonetal geniessen kann.
Für die Abfahrt heisst es dann aber nochmals alle Kleider montieren, die dabei sind, trotzdem wird es sehr frostig mit dem Fahrtwind auf den steilen Abfahrten. Und es ist erstaunlich wieviele Velofahrer sich den steilen Aufstieg zumuten und uns Gfrörlis entgegenschwitzen. Es dauert danach eine Weile, bis uns die Nachmittagssonne in den Weingütern des Cote du Rhone wieder aufgewärmt hat und die ‚Winterkluft‘ hoffentlich für den Rest der Tour erneut verstaut werden kann. (Immerhin war es nicht ganz nutzloser Balast.) Nach vielen tollen kleinen Landsträsschen dann eher mühsam: Das Schlussstück nach Montélimar, mit einigen Kilometern auf grosser verkehrsreicher Strasse. Einmal mehr geloben wir, die Komotroutingvorschläge besser zu kontrollieren, bevor sie aufs Navi dürfen.

Von Andreas