Diesmal haben die Ritzel gehalten, egal ob 12, 14 oder 15% Rampen. Bei brütender Hitze kämpfen wir uns langsam die Kehren von Agorno nach Rivamonte Agordino hoch. Ab dem ersten Dorf nimmt dann mal für einige Zeit die Durchschnittsteigung ab und es geht ins wildromantisch Tal hinein in Richtung, bzw. vorbei am Nationalpark Dolomiti Bellunesi. Die Strasse weckt Assoziationen mit dem vorderen Valle di Onsernone. Kaum Verkehr und tolle Ausblicke entschädigen für die Hitze. Dafür haben wir in fast jedem Dorf ein neues Gatorade als Treibstoff getankt. Am letzten Dorf vor dem knackigen Schlussanstieg wechseln wir wieder vom Veneto ins Trentino, und die Überzeugung, dass 32 oder 34 Zähne am grössten Ritzel wohl doch mehr psychologisch wirken als einen spührbaren Unterschied ausmachen, wächst. Klar gabs auf dem Pass zur Belohnung u.a. auch wieder die süchtig machenden Südtiroler Speckknödel. Da ein zweiter Pass für heute zuviel wäre gings nach dem Passo Cereda (Col Molinai heisst nämlich der Hügel daneben und nicht der Pass wie ich gestern noch dachte) direkt runter nach Fiera di Primeo zum frühen Hotelbezug. Froh, dass die gestrige Reparatur ohne Anstalten gehalten hat kann es morgen gerne über die nächsten Höhenmeter gehen. Zeit zum Erholen haben wir heute dafür reichlich.