Mit den schlechter werdenden Wetterprognosen haben wir entschieden unser Schlussetappen leicht anzupassen und das Risiko am Jufenpass in ein Gewitter zu gelangen lieber nicht einzugehen. So bogen wir Ausgangs Pustertal nicht Richtung Brenner und Sterzing, wie ursprünglich geplant, ab, sondern fuhren einfach immer weiter das Tal runter zurück Richtung Bozen. Der ganze Tag waren wir so auf asphaltierten mehr oder weniger guten Radwegen unterwegs, die aus einem unerfindlichen Grund auf der talabwärts liegenden Seite durchgängig mit massivsten Metallzäunen gesäumt sind, so dass auch Lastwagen nicht vom Weg abkommen könnten.
Es war auch eine Fahrt durchs italienische Burgenland; fast nach jeder Talbiegung tauchte ein neues solches Bauwerk auf. Das Vinschgau wollten wir sowieso ab Meran mit dem Zug hoch, haben wir ja schliesslich vor kurzem schon einmal gesehen. Das haben wir nun bereits ab Bozen so gemacht. Schade nur, dass die Züge nicht wie geplant bis Mals sondern nur bis Laas fahren und die Ersatzbusse keine Velos mitnehmen. Damit bleiben nochmals einige Höhenmeter zusätzlich für morgen übrig. Leider hatte das pausieren des Tracks im Zug nur halb geklappt, was die Statistik natürlich wieder sehr verfälscht aber Relive in eine lustige Berg und Talfahrt verwandelte.
Insgesamt kürzen wir so einen Tag ab und können den morgigen nochmals gewitterfrei angesagten Tag nutzen, um den Anschluss ans Schweizer Bahnnetz und so den Sprung nach Hause vor dem Wetterumschwung zu schaffen und by the way noch den letzten Pass einzukassieren.
Die Alternative wäre natürlich der Brenner gewesen, aber es wäre Lotteriespielen gewesen, in Innsbruck auf einen Veloplatz im Railjet zu spekulieren.
Der Jufen und die Texelgruppe muss so leider weiter auf uns warten, aber es ist ja nicht der letzte unerledigte Pass in dieser Gegend und die Dolomiten jedenfalls wieder einmal eine Radreise wert. Die vielen Radfahrer unterwegs machen sich auch in den komplett überstellten Regionalzügen bemerkbar. Ein Mitreisender meinte: Für indische Verhältnisse erst halbvoll, der Schweizerkondi der uns im Interreg nach Landquart zum Reisebeginn schon mit Rauswurf drohte (vielleicht nur um dann trotzdem den Grosszügigen zu geben), weil 6 anstatt die vorgesehenen 4 Velos da standen, hätte hier jedenfalls auf der Stelle einen Herzinfarkt.