Gestern Abend im Chateau de Villa habe ich versucht mit einem Racletteabend Kraft für den Aufstieg zur Rhonequelle zu tanken. Vermutlich gehört weder Raclette noch der Walliser Weisswein zur üblichen Sportlerernährung, trotzdem, was sonst soll einem hier im Wallis Kraft geben, um die Berge zu erklimmen? Apropos Weisswein: Davon hatte nicht nur ich, sondern definitiv auch die Velowegplaner, welche den Abstecher ins Binntal in die offizielle Rhoneroute Nr.1 eingeplant haben, zu viel. Ab und zu mal etwas Gravel ist ja kein Problem, steinige Wanderwege mit 20% machten aber auch mich stellenweise zum Radwanderer, wozu Veloschuhe übrigens denkbar ungeeignetes Werkzeug sind, vor allem wenn das Gepäck das Rad in Richtung Tal zieht, wärend alles zusammen eigentlich den Berg hoch soll. Die tollen Aussichten und das feine Hirschpfeffer zum Zmittag entschädigen dann aber für den Krampf zwischendurch, wobei der Pfeffer eher dem Kopf als den Beinen half (ist halt auch kein Energieriegel). Entspreched musste mit Zucker und Koffein (genannt Eiskaffee) nachgebessert werden, um zum Schluss die ersten 200 Höhenmeter des Furkas bis zum Hotel auch noch zu schaffen.
Die Quelle der Rhone habe ich noch nicht gesehen, die Rhonequelle hingegen bereits erreicht (so heisst das heutige Hotel) Damit sind nicht nur die vollständigen Pyrenäen durchquert, sondern auch die Rhone aus dem (zugegeben grosszügig interpretierten) Mündungsgebiet bis zur Quelle abgefahren. Jetzt müsste die Tour eigentlich umgetauft werden auf PCdRCT (Pyrenäen – Cote du Rhone – Cycling Tour), lass ich aber bleiben, da viel zu sperrig😉!
Nun bin ich gespannt ob sich heute Nacht vielleicht auch noch das Röhren eines Hirsches verlauten lässt, immerhin liegt das Hotel einsam im Wald an der Passtrasse, andernfalls gibts das Wild halt wieder nur auf dem Teller.

Von Andreas