132 km Luxemburg-Belgien-Frankreich. Zuerst durch die reichere Version der Schweiz (unglaublich was da für Karossen gefahren und an Villen bis weit in die Landschaft raus gebaut werden), ein ganzes Land wie die Goldküste. Aber alle die riesen teuren Panzer auf der Strasse haben eines gemeinsam, sie sind gefühlt in Zeitlupe und äusserst rücksichtsvoll unterwegs (wäre ja auch Schade um jeden Kratzer😄) und wenn man ihnen den Vortritt lassen will: Keine Chance, Velos werden durchgewunken. Also nicht nur reicher sondern auch netter wie die Schweizer, diese Luxemburger. Dann einmal quer durch die belgische Provinz Luxemburg, meist auf öden Radstreifen entlang von Schnellstrassen, dafür mit Fritten zum Mittag. Ausweichrouten werden leider schnell zu langen Umwegen, weshalb ich sie sein lasse, zumal der Verkehr recht erträglich ist. Leider passt der Zustand des Radstreifens oft nicht so ganz zum Veloimage der Belgier; ausser es sind Trainingsstrecken für mögliche Paveabschnitte? Am Schluss habe ich dann genug von Strassen mit Verkehr und nehme die ca 15 km Umweg gerne auf mich um auf dem tollen EV19 entlang La Meuse den Rückenwind und die Sonne ganz ohne Verkehr zu geniessen. So radelt es sich auch noch entspannt, wenn man eigentlich schon nicht mehr mag, und die restlichen Kilometer bis Charleville-Mézières schmelzen trotzdem rasch.
Irgendwie sind die Grenzen in Europa doch noch sicht- und v a. schmeckbar. Oben feinste belgische Friten aus einer Spelunke ohne jede Ambition, unten einige Kilometer weiter französiche Frites, komplett Totfritiert vom selbsternannten Guru der Hipsterküche des ‚Urban Stile Hotels‘. Aber ausser den Fritten war in Belgien nichts geniessbar; während die Franzosen alles können ausser Frites. Vielleicht wäre etwas mehr Grenzaustausch hier doch von Nöten? War auch auffällig wie wenig F Nummernschilder in Belgien und kaum B Nummerschilder in Frankreich rumfahren. Die Maginot-Linie manifestiert sich also noch immer in folgendem Bild:
