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Tour de France – Etappe 11

St. Valery-en-Caux – Dieppe – Le Tréport – Berck

Ziemliche Tour und dann noch Zelt stellen und dann nochmals aufs Velo bis zum verdienten Bier, darum wird jetzt vor dem Blogen erst mal erholt. Alles andere dann im Supplement.

Supplement: Es begann einmal mehr trüb und kalt. War das erste mal, dass ich lange Hosen und Armlinge gebraucht habe. Wo ich herkam war der Himmel blau, wo ich hinwollte noch dunkelgrau. Aber es besserte zusehends. Der Wind war praktisch still. Wenn er mal etwas blies gleichmässig von vorne und dann auch wieder von hinten, was hauptsächlich dem Zickzack Kurs der Veloroute Littoral zu verdanken ist. Also nochmals Schnitzeljagt auf Velowegweiser und immer wenn ich dachte, jetzt habe ich es im Gespühr wo die die Schilder jeweils verstecken, fährst du schon wieder unvermittelt irgendwo runter an den Strand, um da feststellen, dass das im Gegensatz zu vielen Male wo die Route so verläuft, es gerade diesmal gar nicht nötig war. Also wieder rauf (Ist doch alles Training für die Alpenpässe😉).

Als nach dem Mittagessen (so stellt man sich Velofahren in Frankreich vor mit Seefood vom besten, oder?) die Route Littoral zuende ging, verlief der Radweg dann meist wieder auf Strassen oder parallel zu Schnellstrassen angelegten Velowegen (hat sicher ein Holänder geplant). Ab und zu allerdings wollte der Eurovelweg Nr. 4 unbedingt sicherstellen, dass man an allen Campings in den Dünen und quer durch jedes Natuschutzgebietchen kommt. Irgenwie zählte dabei das GPS dauernd hoch, nur die Anzeigen der Distanz auf den Strassenschildern nach Berck kamen nicht gleich mit.

Schliesslich doch noch geschafft 26 Euro für 2 mal 10 min. Duschen und ein nicht mal richtig sauber gemachter Zeltplatz? Ziemlicher Abriss aber was soll’s ich will kein Meter weiter.

Muss ich aber doch, dnn Camping hier – Zentrum mit den Beizen dort. Dazwischen 2 km. Also zur Krönung nochmals hoch aufs Rad. Immerhin üppig und gut gegessen, auch wenn es unter ‚Touri-Abriss‘ weitergehen könnte. Es leben halt alle vom Tourismus nur viele hat es noch nicht, die Beizen sind nur dünn besetzt. Da muss ich wohl herhalten um gemolken zu werden?

Was soll’s. Jetzt hoffe ich France Meteo ist besoffen und der für Morgen prognostizierte Regentag fällt aus. Fühlte sich heute mit Sonne und Pinienwälder (waren evtl. auch andere Föhren) in den Dünnen schon sehr schön sommerlich an.

Um auch schon Sonnenuntergangsbilder zu posten ist es noch zu früh. Hole ich dann nach wenn ich nicht schon vorher wegpenne.🤣

Hat leider zuviele Wolken am Horizont für einen schönen Untergang, aber wer weiss schon ob nochmals besser wird:

Tour de France – Etappe 10

Le Havre – Étretat – Fécamp – St. Valery-en-Caux

Heute vor allem kämpfen. Kampf immer gegen dem Wind, der ganz kräftig ins Gesicht blies. Gegen das Verlieren der Velowegweiser-‚Schnitzeljagd v.a. wenn Abschnitte ohne Umleitung einfach gesperrt wurden oder die kleinen Schilder bei rasanten Abfahrten (gab’s ab und zu trotz Gegenwind) übersehen wurden (heisst dann jeweils zurück- den Berg hoch), gegen die Tücken der Strasse, inkl. Flicken eines Platten. Am Schluss musste ich kapitulieren und kam nicht wie geplant bis Dieppe. Dafür zeigt sich am Abend wieder Mal die Sonne.

Als ich beim letzten Zviericola merkte, dass ich eigentlich gern so langsam auf dem Camping wäre, machte mich die Zimmerliste des zugehörigen Hotels an. Leider alles besetzt, aber Booking.com sagt in 100m gibt’s moch ein günstiges Zimmer. Bis zum nächsten Camping wären es nochmals 20km gegen den Wind. Also gebucht und ‚Hotel‘ aufgesucht. Nur da ist niemand. Angeschlagen sind 3 Tel.Nr. Und irgend ein Zettel von wegen man soll ins Hotel nebenan. Nur da ist auch niemand und die selben Telefonnummern.

Leider sind die Nummern ausser Betrieb oder es kommt ein Band. Schliesslich mach dem x-ten Versuch meldet sich jemand und sagt mir, dass ich im einen Hotel den Schlüssel für das Zimmer im Andern selber nehmen kann.(oder so ähnlich.) Am Schluss nach 4 Telefonaten war das Zimmer dann gar nicht da, wo ich eigentlich gebucht hatte, sondern im Hotel nebenan. Immerhin Zimmer mit direktem Meerblick (Ich glaube ich muss den Wecker stellen, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Ja, könnte man französisch oder die Franzosen etwas Deutsch man würde sich vielleicht einfacher verstehen😉).

Das schöne Wetter mit dem Wind muss auch genutzt werden um nach 1h suchen und hin und her (vielleicht wäre noch etwas gegen den Wind doch der einfachere Weg gewesen?) endlich im Zimmer mal wieder eine Velogarnitur zu waschen, man traut sich ja sonst in kein Resti mehr rein.

Und dann rasch los. Es gibt ja jede Menge Restaurants am Ort. Und wenn es sowas für unter 30 Euro gibt warum nicht den ‚Assiette Homard“ mit Austern, Crevetten in allen Grössen, Bullots, Hummer und Scampis? Fazit: hat sich echt gelohnt-ein Festschmaus. Einfach serviert, alles frische und gute Ware, wie es halt nur am Meer sein kann, was will man mehr – vielleicht dass der Wind morgen wie üblich aus Westen anstatt Osten bläst? (So lautete doch der Plan: durchs Land in Deckung von Bergen und Büschen nach Westen und dann vom Westwind getrieben der Küste nach ’segeln‘).

Tour de France – Etappe 9

Bayeux – Pont de Normandie – Le Havre

Irgendwann erklärt mir sicher von Garmin mal wer, warum ich bei dem Höhenprofil nicht längst im Meer ertrunken bin. Ansonsten war es wieder ein trüber, feuchter und schon fast schottisch kühler langer anstrengender Tag. Es wollte einfach nicht so richtig rollen, dabei habe ich doch extra nochmals etwas Luft in die Pneus gequetscht. Die Strassen waren meist recht stark befahren und gleichzeitig voller Schlaglöcher, Stellenweise haben sie wohl vergessen nach den Granateinschlägen vom D-Day neu zu teeren.

Also war konzentriertes Fahren und um nicht wieder Pannen zu riskieren eher verhaltenes Gas geben angesagt. Ausserdem haben die hier irgendeinen Narren an Rotlichtern gefressen. Ich dürfte wohl so an die 200 Stück passiert haben (wobei sicher 180 auf Rot standen). Jedesmal wenn es etwas zügiger ging kam bestimmt so ein Ding. Habe also fleissig meinen Antritt trainiert😉.

Dass es mich dann wieder einmal auf einen Voieverte ohne Asphalt verschlug gab wenigstens mal Verschnaufen vom Verkehr war dem Tempo aber auch nicht förderlich (Man bildet sich ja ein lernfähig zu sein und darum schön süferli😂)

Dazwischen gab’s auch immer wieder mal kurzen angenehmere Abschnitte aber so echte Highlights eigentlich nicht.

Aufgrund der Karte hatte ich ja so eine kleine Ahnung, dass die Einfahrt in Le Havre kein Honigschlecken wird. Schon dass der Euroveloweg über eine Autobahnbrücke eingezeichnet war, machte mich etwas stutzig. Manchmal gibt’s ja dazu ein Extrageschoss oder seitliche Anbauten. Aber es kam alles noch viel schlimmer. Der Veloweg mündete direkt und hochoffiziell auf die Autobahn. Der am Anfang noch fast zwei Meter breite Streifen verjüngte sich auf knapp 1m für den steilen Aufstieg und die rasche Abfahrt. Nebenher dröhnende 40 Tönner die mit 90 km/h vorbeidonnern im Sekundentakt (normale Autos gabs fast keine, nur eine unendliche Anzahl LKWs). Dazu noch die steife Brise hoch über der Seine-Mündung. Glaubst oder nicht, aber da spielen die Stresshormone ganz schön verrückt. Auf der Fahrt ins Zentrum ging’s durch das ganze Hafengelände mal mit mal ohne Velostreifen und Immer 40 Tönner vorne und 40 Tönner hinten. Rezept: Gring abö u trampä, möglichst so schnell wie die Laster damit sie nicht überholen wollen. Nach 130 km noch Rennen fahren gegen Brummies kostete dann definitive die letzten Körner.

Es dürfte wohl die mühsamste Strecke gewesen sein. Alles andere lässt sich wohl umfahren. Und für ein nächstes Mal: Le Haver mit Velo? Wird es von mir nicht mehr geben, einmal reicht.

Supplement? War eigentlich nicht geplant. Ab in die nächste Beiz, die Moule anbietet und dann ab ins Bett hiess der Plan. Gekommen ist es so, dass wenige Meter vom Hotel gerade mehrere Franzleuze eine unscheinbare Beiz namens Taverne Pailette anstreben. Was mach ich? Klar wie ein Schaf hinterher.

2.5h später ist mir speiübel vom (überfressen) reichlich essen😉. Nach Bier Wein und Calva bin ich zudem ziemlich Groggy und für den Mist den ich zusammenschreibe bitte ich schon mal um Entschuldigung.

Seit 1596 soll es diese Beiz im typischen Nachkriegsbau geben? Von Aussen glaube ich es nicht, als ich Stammgäste und Servierpersonal gesehen hatte schon eher. Es war ein Beizen-Balett nach meinem Geschmack. Jeder Kelner ein Original. Aber alle mit 360°Blick und nur für die Gäste da. Das Essen sehr toll. Die Taverne ein gut geöltes Bienenhaus. Niemand musste je auf gar nichts über Gebühr warten. Habe ich schon lange nicht mehr auf diesem Niveau erlebt. Austern, Lachstartare, Moule à la Normand, Früchtetiramisu, Kaffe mit Calva waren aber in der Summe doch etwas zu üppig ausgefallen. Übrigends was beim Fondue die Kruste ist bei Moule à la Normand die letzten Fritten im Fonds nach den Muscheln und ehrlich: Die Foduekruste könnte mir bei solchem Fonds gestohlen bleiben.

Also irgendwie ist Plan am Schluss ja doch aufgegangen😂

Tour de France – Etappe 8

Falaise – Bayeux – Omaha Beach – Bayeux

Selten so im Nebel rumgegurkt. Sichtverhältnisse wie an einem schlechten Skitag. Alle 500m hat sich der Nebel wieder an die Brille geheftet. Anfangs wunderte ich mich noch, warum es Richtung Meer plötzlich wieder Bergauf geht. Und auch beim ersten Strassenschild ‚Route de Suisse Normand‘ hat es nicht gleich Klick gemacht. Mit weniger Nebel wäre ich sicher rascher drauf gekommen. Irgendeine Laune der Natur hat hier verhindert dass die Berge ganz wegerodiert sind. Also heisst die Gegend jetzt Suisse Normand und hat einige wunderschöne einsame Täler mit schroffen Abhängen. Würde mich nicht wundern wenn hier auch noch einige Rumantsch sprechen würden, so wie die giftigen Anstiege gebaut sind. Aber allzuschlimm war’s am Schluss doch nicht. Schade nur, dass kein Aufstieg mit Aussicht aufs Nebelmeer belohnt wurde.

Pünktlich zur Mittagszeit wurde das Tagesziel und zweite grosse Plan-Etappenziel (nach Orléons) erreicht und sofort nach Austern Ausschau gehalten. Was dann mit einem vernebelten aber regentrockenen Sonntagnachmittag anfangen?

Gepäck im Hotel (ist recht kühl und wieder Regen angesagt und weil es grad so ein tolles Zimmer frei hatte und wohl entlang der Küste noch viele Campinggelegenheiten kommen und es so bequem ist😁) abgeben und weil es so Spass macht einen Freizeit- Veloausflug machen? Genau – Immerhin hatte ich das Meer erst auf dem Teller gesehen und das letzte Mal zuwenig Zeit gehabt den amerikanischen Kriegsfriedhof an Omaha Beach richtig zu besichtigen.

Also los auf die Extrarunde. Der Friedhof auch das zweite Mal unglaublich beeindruckend. Und so ganz werde ich das Gefühl nicht los, dass die Ereignisse Juni 44 nicht stattgefunden hätten, ich evtl. heute nicht die Chance hätte so frei und zum Spass durch Frankreich zu radeln als würde mir das ganze Land gehören.

Ich möchte mir ja nicht ausmalen wie wir leben würden, wäre die Landung gescheitert. Ob das diese Menge Opfer Wert waren will ich nicht beurteilen, ich wollte schliesslich auch niemanden kennen der so ein Kreuz erhalten hat, aber kurz nachdenken, dass unser Lebenstil nicht einfach vom Himmelgefallen (oder wir das gar den Unabhängigkeits- und Isolationisten-Plagöris der SVP zu verdanken hätten) sei erlaubt. Hier wurde unser Europa gebaut mit vielen vielen Opfer, die vermutlich nicht mal wussten wozu.

Nach all den rostigen Jeeps und Sherman’s und Amifahnen vor jedem 2. Hof (meist als Museum angeschrieben) schliesst sich in Russi(y), mit dem Schweizerkreuz am Ortsschild, irgendwie der Kreis zur Skifahranalogie am Morgen.

Supplement? Klar, doch, aber weniger spektaktulär…(Zugegeben Fish & Chips als Ersatz für die leider ausgegangenen Moule ( die letzten wurden am Nebentisch verspiesen) waren etwas gewagt (in einer Stadt voller Englandflaggen könnte man es wagen?). Es war dann sowas wie Wienerschnitzel aus Fisch. Mangels Pasta reicht ja evtl. Panade und einige Affligem für den Kolehydratnachschub😉. Leute: Es ist echt ein geiles Gefühl, wenn man darauf achten muss GENUG zu essen 😁😁😁).

Tour de France – Etappe 7

Nogent-le-Rotrou – Sées – Argentan – Falaise

Sehr schöne Morgenstimmungen, fast herbstlich mit soviel Feuchtigkeit in der Luft. Es wird wieder hügeliger. Den ganzen Tag geht’s rauf und immer bald auch schon wieder runter. Recht kurzweilig so über die vielen kleinen Strassen, die Orientierung dabei zu behalten, ist manchmal etwas Glückssache (eigentlich hätte man das Ziel laut Routenplaner auch mit 125 km erreichen können 😕). Die typischen Landmarken (Kirchen und Wassertürme) gleichen sich wie ein Ei dem Anderen.

Das ist das blöde beim Routenplaner- wenn man sich nicht dran hält. Eigentlich hätte Bayeux nach 850 km längst erreicht sein sollen. Jedes mal falsch abbiegen kostet Zusatz- km ohne Chance es wieder ‚gut zu machen.

Beim Mitagessen in Sées wurde es kulinarisch-amtlich: Die Normandie ist erreicht. Aus Rücksicht auf die restlichen Tageskilometer habe ich auf die ersten Austern (noch) verzichtet und mich an die typische Fischsuppe und ’normannische‘ Kolenhydrate à la Carbonara gehalten.

Irgenwann wurde es dann zuviel Feuchtigkeit und seit 7 Tagen das erste mal für ca 25km die Regenvollmontur montiert. Funktioniert super, bei diesen Temperaturen wird man definitiv nicht von Aussen sondern nur noch von Innen klitschnass.

Nach so einem ganzen Tag in feuchtwarmen bis nassem Klima (ohne Aussicht auf Besserung) und mit kräftezehrenden dauernden auf und ab, hat mich die Campinglust auch heute verlassen. Rasch ins Hotel und liegen, liegen, liegen.

Supplement:

Da gibt’s ein Restaurant in Falaise…

Unter dem Strich sehr gut gegessen, ein Schnäppchen war es nicht, inbesondere wegen verbesserungswürdigem Service (Überforderte Wirtin mit ‚Leck mich am Arsch Stiftin‘ oder umgekehrt, so ganz zuordnen konnte ich die Rollen nicht). Trotzdem: Back to Normandie = Back to Hommard. 😀

Wieviele Km so ein Hummer hergiebt teste ich dann morgen.

Tour de France – Etappe 6

Orléons – Nogent-le-Rotrou

Das sprichwörtliche Fahren auf Eiern war heute Programm. Was hält Rad und zusammgebastelter Gepäckträger aus? Die Asphaltierer meinten es sehr gut. So fast ausschliesslich glatte Fahrban hatte ich glaube ich noch nie, als hätten sie es geahnt. Und alles kaum befahren. Selten begegnet einem ein Auto. Velofahrer habe ich trotzdem den ganzen Tag nur 2 gesehen.

Quer durch den Mittleren Westen (Wer das mit unendlichem Farmland assoziert liegt genau richtig). Agrarwüste triffts auch ganz gut. Die einzigen Lebewesen die man trifft sind einige ‚Bauern‘, die ihre 50m breiten Giftduschen ausbringen.

Trotzdem beeindruckende Weite Landschaft. Nirgends mehr verstellt ein Berg die Aussicht. Warum die Strassen trotzdem dauernd leicht rauf und wieder runter führen, weiss in dieser topfeben scheinenden Gegen nur der Geier (und der ist hier seit langem ausgestorben). Ein riesen Glück, dass der Mais und die Sonnenblumen noch knapp 1m hoch sind. In 2-3 Wochen dürfte das Weiteerlebnis massiv einbrechen, es sei den man reist mit dem Hochrad oder hat ein Periskop am Rennrad.

Die kleine Dorf Mittagsbeiz war wieder ein Volltreffer. Unglaublich was die einem für 15 Euro als Mitagsmenu kredenzen.

Der Dorfcamping machte dafür einen ziemlich abweisenden Eindruck, worauf ich mich gleich ins benachbarte Hotel verzog. Es geht nichts über ein heisses Bad für die strapazierte Beinmuskelatur.😁😁😉. Und mit dem Miniwellnessprogram leidet natürlich wieder die Zeit für den Kulturspaziergang.

Tour de France – Etappe 5

Gien – Sully sur Loire – Châteauneuf sur Loir – (Orléans)

Wer genau hinsieht wird sehen an dem Track stimmt was nicht. Dabei begann alles so gut. Sonne zum Aufstehen, das habe ich mit franz. Frühstück gefeiert. Wollte heute auch nur eine kleine Etappe bis Orléans um noch was von der Stadt zu sehen. Hatte also alle Zeit der Welt. Das habe ich mir auch gesagt, als der Radweg immer wieder mal auf ungeteerten Schlamm- und Schlaglochreichen Kieswegen verlief. Immerhin landschaftlich hatte das alles seinen Reiz (Feldhasen, Reiher, Kaninchen etc. allerorten) – hätte ich die Augen doch nur auf den Weg gelassen. Als es endlich wieder rollte und das Drücken um doch noch zum Mittagessen anzukommen stärker wurde: Boing!
Das Geräusch kenne ich von Schottland leider nur zu gut. Speichenbruch und das Rad drehte kaum noch. Also im Schrittempo zurück zur letzten Bar, der Pneu hat dazu gerade noch so durchgehalten. Taxi nach Orléans organisiert (war gar nicht so einfach eines zu finden das Velos mitnam, soviel franz. zu sprechen versuchte ich das letzte mal in der Schule an der missratenen Abschlussprüfung.) Beim Warten auf das Taxi dann entdeckt, das die Speiche mein kleinstes Problem sein dürfte. Das Gerüttel ist auch dem Gepäckträger nicht bekommen.

Leider keine Chance hier rasch einen Topeak Ersatz aufzutreiben. Veloplus meint 3-4 Arbeitstage dauerts auch mit Express. Hmmmm.

Der örtliche Velomech flickte die Speiche sofort und hatte ein Gepäckträger mit dem sich evtl. was machen lassen müsste. Fazit: Am Schluss ist der Ersatzpneu verbraucht, der Gepäcki Müll und der Kabelbindervorrat mit denen ich einen Ersatz zusammenbastelte auch fast aufgebraucht und die Arme schmerzen vom Versuch mit der Notfallpumpe wieder 8 bar hinzukriegen.

Das ganze scheint nun aber stabil genug, dass es morgen weitergehen kann.

Jetzt gilts eine Route zu finden, die nicht alles grad wieder zerüttelt. Jean d‘ Arc möge mir beistehen – die hattens ja früher auch nicht leicht 🤔😁).

Viel Zeit die Stadt zu entdecken, bleibt nun nicht mehr (die Unternehmenslust ist nach dieser Panne auch gerade nicht mehr auf dem Höhepunkt), was sich morgen sicher ändert, wenn sich mein Impro-Geniestreich als gelungen bestätigt😉.

Vielleicht mach ich ja nach meiner Rückkehr doch noch ein Velobastelkaffee auf?

Doch noch etwas Stadtrundgang (Da ist echt was los an einem Do. Abend in Orléans wenn man die letzten Nächte auf fast leeren Rentnercampings verbracht hat.) Und trotz wenig Verbrauch heute wieder gut gegessen (Der Knockandu wurde nur im falschen Glas serviert, entschädigte aber für Vieles.)

Tour de France – Etappe 4

Decize – Nevers – Sancerre – Gien

Am Anfang noch mit der Technik gekämpft. Darum fehlen auch ca. 5km. Die Loire ist wirklich beeindruckend. Der Radweg oft auf dem Hochwasserdamm, mal dem Kanal entlang, selten ein Stück Strasse, mit abwechselnden Ausblicken in die Auen, auf den Fluss oder auf die hübschen Städtchen.
Heute unverhoft einen Volltreffer beim Mitagessen in Sancerre gelandet.
Ab und zu ein AKW, aber irgendwo muss der Handystrom ja herkommen (ausser man macht ihn selbst 😉).

Leider kein Fernglas und auch keine Zoon-Kamera dabei. Wäre sonst auch nicht vorwärts gekommen. Was man by the way so sieht? Eichelhäher, Grünspecht, Buntspecht o.ä., Bisam, jede Menge Limikolen (o. Feldi keine Chance, verm. Flussuferläufee o.ä., Grünschenkel o.ä. und vieles mehr), Flussseeschwalben, Uferschwalben, und zur Krönung einige Bienenfresser. Da habe ich sogar mit dem Handy probiert. Zudem Schwarzkehlchen, verm. Pirol. Kein Eunder übersieht man ab und zu ein Schlagloch, trotzdem weder Platten noch Speichenbruch – bisher.

Wird wohl wieder eine nasse Angelegenheit heute Nacht, aber zum Glück wurde ein Dach über dem Dach offeriert.

Tour de France – Etappe 3

Cluny – Charolles – Digoin – Decize

Im Land der ‚Charolais’…

Toller Tag auch wenn das Frühstück etwas technisch war. Der angesagte Regen ist ausgeblieben und nach dem vielen auf und ab rollte es zum Schluss flach dahin, entlang Kanal, über einen Voie Verte auf Ehem. Bahnlinie und endloslange gerade Strassen mit kaum Verkehr.

Das Zelt steht, zwei kleine Leffe Blond zum bloggen, dumm nur das ein Sturmalarm ausgegeben wurde. Irgendwie seltsames Gefühl wenn ich mein Leichtgewicht Zelt aufstelle wenn die Camper nebenan ihre Vorzelte abbauen und in Sicherheit bringen.

Immerhin scheint sich für dem Moment das Gewittergrollen nochmals verzogen zu haben. Also gute Chance dass das regennass eingepackte Zelt doch noch trocknet bevor ich wieder rein muss.

Tour de France – Etappe 2

Clairvaux les Lacs – Cluny

Cluny zog mich ja eigentlich nur wegen der Brasserie du Nord an. Das ist der Vorteil wenn man bekanntes Land durchradelt. Und einmal mehr hat mich die Küche nicht enttäuscht.

Aber auch sonst ein hübsches Städtchen, als Abstecher von Dennevy aus fehlte da jeweils die Zeit zum Entdecken. Allerdings weiss der Teufel warum der Dorfchor ausgerechnet auf dem Camping sein Übungslokal hat.